»Digitale Wertschöpfung« ist jede auf der Nutzung digitaler Technologien basierende »Wertschöpfung«, im Sinne einer Genese von »Wert«.

»Digitale Wertschöpfung« lässt sich definieren als jede auf der Nutzung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie beruhende Schaffung von Erzeugnissen, denen eine Qualität innewohnt, die Begehrenswürdigkeit konstituiert. »Digitale Wertschöpfung« im weitesten Sinn ist jede auf der Nutzung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie beruhende Erzeugung, die geeignet ist, zur Deckung des menschlichen Bedarfs unter den Bedingungen bestehender Knappheit beizutragen.

Die Nutzung digitaler Technologien zum Zweck der »Wertschöpfung« ist eine unmittelbare Folge der Digitalisierung und ein zentrales Phänomen des Digitalen Wandels. Dies ermöglicht in vielen Bereichen einen grundlegenden Wandel der »Wertschöpfungslogik«. In diesem manifestiert sich das disruptive Potential der Digitalisierung. Konsequenz der »Digitalen Disruption« ist eine fundamentale Veränderung der »Wertschöpfungsarchitektur«.

Prägend für die Veränderung der Strukturen, in denen sich »Wertschöpfung« vollzieht, sind zunehmende Vernetzung, Flexibilität und Dynamik. Die neu entstehenden Formen des »Wertschöpfungsgefüges« werden als »Wertschöpfungsnetz« oder »Wertschöpfungsgeflecht« bezeichnet. Sie lösen die »Wertschöpfungskette« als bisher dominierende Form der kooperativen »Wertschöpfung« ab. In ihr wurde die Entstehung von Wert als Resultat eines Zusammenwirkens mehrerer Akteure in einer sequentiellen Abfolge einzelner Handlungen auf den sogenannten Wertschöpfungsstufen angesehen. »Digitale Wertschöpfung« vollzieht sich dagegen in deutlich flexibleren Strukturen. Die Digitale Transformation verändert somit fundamental die etablierte »Wertschöpfungslogik«. In der Neukonfiguration des »Wertschöpfungsgefüges« verbergen sich immense »Digitale Chancen« für Innovationen, aus denen neue Produkte und Dienstleistungen hervorgehen können.

Aus strategischer Perspektive gehört es zu den zentralen Herausforderungen des Management ein Geschäftsmodell zu gestalten, das es einem Unternehmen ermöglicht sich so in das Wertschöpfungsgefüge eines Marktes einzufügen, dass das Unternehmen dank seiner spezifischen Kernkompetenzen einen einzigartigen und unverzichtbaren Beitrag zu der kooperativen Wertschöpfung zu leisten vermag.

Die »Digitale Wertschöpfung« wird vielfach zu dem Bereich der »Elektronischen Wertschöpfung« gezählt.

Zitierhinweis

Die vorstehende Definition wurde im Rahmen des Digital Era Framework von Dr. Dr. Jörn Lengsfeld vorgeschlagen. Die Erstveröffentlichung des Textes erfolgte in: Jörn Lengsfeld: Digital Era Framework. Ein Bezugsrahmen für das digitale Informationszeitalter. Bitte verweisen Sie auf die Originalpublikation, falls Sie den Text zitieren.