Eine »Robofaktur« ist eine nach dem Vorbild von »Manufakturen« angelegte Produktionsstätte in der eine Mehrzahl von Robotern mit verschiedenen hochspezialisierten Einsatzgebieten jeweils unterschiedliche Arbeitsvorgänge übernehmen und auf diese Weise zur Fertigung eines Endprodukts zusammenwirken.

Eine »Robofaktur« zeichnet sich ähnlich einer »Manufaktur« durch eine hohe Flexibiliät aus, die sich in der Kompetenz zeigt, auf effiziente Weise hochgradig individualisierte Einzelstücke und Kleinstserien von Produkten eines bestimmten Typus zu fertigen. Durch das Zusammenwirken von spezialisierten Robotern wird es im Idealfall ermöglicht, Produkte zu fertigen, die ein einzelner Roboter aufgrund seines beschränkten Funktionsumfanges gar nicht herstellen könnte oder aber nicht in gleicher Qualität oder zu gleich günstigen Preisen fertigen könnte. Gegenüber der industriellen robotischen Produktion können Robofakturen bestenfalls die Vorteile der hochgeradigen Individualisierung und der räumlichen Nähe aufweisen.

Die »Robofaktur« ist ein Produktionstypus der »Industrie 4.0«. Das vermehrte Entstehen von »Robofakturen« ist im Verlauf des Digitalen Wandels im Zuge der Digitalen Transformation der technischen Systeme der Produktion zu erwarten. Der Automatisierungsgrad kann unterschiedlich hoch ausfallen, wobei durch umfassende Digitalisierung auch bei »Robofakturen« ein »Lights Out Manufacturing« denkbar ist, wie es von den »Dark Factories« oder »Dunklen Fabriken« her bekannt ist.

Zitierhinweis

Die vorstehende Definition wurde im Rahmen des Digital Era Framework von Dr. Dr. Jörn Lengsfeld vorgeschlagen. Die Erstveröffentlichung des Textes erfolgte in: Jörn Lengsfeld: Digital Era Framework. Ein Bezugsrahmen für das digitale Informationszeitalter. Bitte verweisen Sie auf die Originalpublikation, falls Sie den Text zitieren.