Die Digitalisierung geht mit einem fundamentalen Methodenwandel einher. Dieser verändert nachhaltig das Denken, Entscheiden und Handeln der Menschen.

Von größter Relevanz sind dabei der Bedeutungszuwachs der quantitativen Abstraktion, die Konvergenz von Methoden verschiedener Disziplinen und die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.

Die analytische Auseinandersetzung mit Information war in der Geschichte der Menschheit stets Aufgabe und Privileg des Intellekts. Sein Wirkungspotential war bestimmt von der Informationsbasis und der Methodenkenntniss. Die Erweiterung dieser beiden Faktoren war immer eine entscheidende Voraussetzung für individuellen Erfolg und allgemeinen Fortschritt.

Dr. Dr. Jörn Lengsfeld
Dr. Dr. Jörn Lengsfeld

Der Methodenwandel steht im Zentrum des durch die Digitalisierung verursachten Transformationsprozesses.

Die Digitalisierung führt sowohl zu einer gigantische Vergrößerung der Informationsbasis als auch zu einer enormen Erweiterung des Methodenkanons. Sie vereint somit die beiden typischen Triebkräfte des Fortschritts.

Die Digitalisierung geht jedoch noch weit darüber hinaus. Sie ermöglicht eine Verlagerung vieler Teile der Informationsverarbeitung in die digitale Infosphäre und führt so zu einer partiellen Entkoppelung der analytischen Funktionen vom Intellekt. Konsequenz davon ist eine fundamentale Veränderung der Rolle des Individuums. Sein Wirken in sozialen und ökonomischen Systemen unterliegt fortan einer neuen Funktionslogik. Zugleich eröffnen sich durch die Verlagerung in die digitale Sphäre ganz neue Möglichkeiten der Informationsverarbeitung, die wiederum Methodeninnovationen beflügeln.

Der Methodenwandel steht mithin im Zentrum des durch die Digitalisierung verursachten Transformationsprozesses. Er hat dabei das Potential das Denken des Menschen und in der Folge sein Weltbild grundlegend zu verändern. Zentral sind dabei der Bedeutungszuwachs der quantitativen Abstraktion, die Konvergenz von Methoden verschiedener Disziplinen und die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Zugleich entfaltet er kurzfristig ganz direkt Auswirkungen auf die Vorgehensweisen von Unternehmen, Gemeinwesen und Individuen.

Zentral für den Methodenwandel durch die Digitalisierung sind der Bedeutungszuwachs der quantitativen Abstraktion, die Konvergenz von Methoden verschiedener Disziplinen und die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.

Dr. Dr. Jörn Lengsfeld hat bei der Prägung seines akademischen Profils früh einen Schwerpunkt auf die quantitativen Methoden gelegt und sich dazu mit einem weiten Spektrum von Fachgebieten befasst: Controlling, Accounting, Finance, Ökonometrie, Statistik, Marktforschung, Medien- und Kommunikationsforschung, empirische Sozialforschung. Sein besonderes Interesse gilt dem interdisziplinären Methodentransfer. Im Fokus seiner eigenen Forschung steht dabei die innovative Anwendung quantiativer Methoden der Wirtschaftswissenschaft und der Kommunikationswissenschaft zur Beantwortung strategisch relevanter Fragen im Kontext der Digitalen Transformation und des durch sie induzierten Methodenwandels.

mail@joernlengsfeld.com

Dr. Dr. Jörn Lengsfeld
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Auswirkungen des Methodenwandels

Der durch die Digitalisierung verursachte Methodenwandel entfaltet Auswirkungen auf zwei verschiedenen Ebenen.

Auf der grundsätzlichen Ebene sind die Implikationen des Methodenwandels für das Wissen, Denken, Entscheiden und Handeln an sich zu betrachteten. Auf der praktischen Ebene sind die Auswirkungen auf den konkreten Methodeneinsatz zu berücksichtigen.

Grundsätzliche Ebene: Veränderung von Denken, Entscheiden und Handeln

Mit den großen Umbrüchen und Epochenwechseln war stets ein Wandel des Weltbildes verbunden: Eine Erweiterung des Wissens des Menschen über die Welt und eine Veränderung der Art und Weise wie der Mensch zu diesem Wissen gelangt ist, also der Methoden. Regelmäßig vollzieht sich ein grundlegender Paradigmentwechsel. Dieser Wandel hat den weiteren Verlauf der Geschichte stets genauso geprägt, wie die zu Grunde liegenden technischen Innovationen.

Auch die Digitalisierung verursacht einen solchen Wandel des Weltbildes. Und womöglich folgenreicher als alle anderen Epochwechsel zuvor. Von vielen Menschen zunächst lediglich als eine Flut technischer Innovationen erlebt, wirft die Digitalisierung viel tiefergehende Fragen auf: Wie verändern sich Denken und Wahrnehmung durch die breitere Informationsbasis und die partielle Verlagerung der analytischen Funktion in die Digisphäre? Welchen Einfluss hat das auf die menschliche Abstraktionsfähigkeit? Wie entsteht Wissen unter den Bedingungen des digitalen Informationszeitalters? Wie verzahnen sich Intellekt und digitale Infosphäre? Wie steht es um die Fortentwicklung der menschlichen Intelligenz im digitalen Zeitalter?

Während viele Folgen des Methodenwandels noch nicht absehbar sein mögen, so steht doch bereits jetzt fest: Das analytische Potential wird über die natürlichen Grenzen der menschlichen Auffassungsgabe hinaus erweitert. Und: Die quantitative Abstraktion gewinnt dabei immens an Bedeutung. Die Digitalisierung ermöglicht es Information in Mengen bisher ungeahnten Ausmaßes zu sammeln, zu speichern und auszuwerten. Ihre Analyse wäre durch den menschlichen Geist alleine nicht zu leisten. Der Umgang mit diesen Informationsmengen erfordert im Rahmen der Abstraktion zudem zwingend den Einsatz quantitativer Verfahren.

Intellekt, Denken, Entscheiden, Abstraktion, Logik, Wissen

Praktische Ebene: Konkreter Methodeneinsatz

Auf der praktischen Ebene entfaltet der durch die Digitalisierung induzierte Methodenwandel bereits jetzt ganz direkte Auswirkungen auf die Vorgehensweisen von Unternehmen, Gemeinwesen und Individuen.

Eine typische Konstellation sei exemplarisch angeführt: Durch die Digitalisierung entstehen integrierte Informationsräume, die nicht mehr nur einzelne Prozesse oder Bereiche umfassen sondern ganze Systeme umspannen. Bisher konnten beispielsweise Unternehmen einzelne Funktionsbereiche isoliert betrachten. Längst verwischen jedoch in vielen Branchen die ehemals deutlichen Grenzen zwischen Kommunikation, Transaktion und Produktion. Zunehmend wird deshalb eine integrierte Betrachtung notwendig. Erreicht werden kann diese nur durch die Verbindung der methodischen Ansätze von Medienforschung, Marktforschung, Marketing, Controlling, Accounting, Operations Research, Ökonometrie und Finanzwissenschaft. Erforderlich ist dafür ein interdisziplinärer Methodentransfer insbesondere zwischen Ökonometrie, Managementlehre und Kommunikationswissenschaft.

Methodeninnovationen, interdisziplinärer Methodentransfer, Methodenkonvergenz, Analytics

Digitale Transformation →

Dr. Dr. Jörn Lengsfeld
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Triebfedern des Methodenwandels

Durch zwei Entwicklungen befördert die Digitalisierung einen grundlegenden Methodenwandel: Die Verbreiterung der Informationsbasis und die Verlagerung der Informationsverarbeitung in die digitale Infosphäre.

Verbreiterung der Informationsbasis.

Die Digitalisierung hat eine exorbitante Zunahme des globalen Bestandes an enkodierter Information bewirkt. Möglich wurde dies durch gewaltige Fortschritte in der Erfassung, Speicherung und Übertragung von Daten.

Die Zunahme der Datenverfübarkeit ermöglicht es, Analysen auf eine breitere Informationsbasis zu stützen. In die Abstraktion können mehr Informationen einbezogen werden, als dies mit der menschlichen Wahrnehmung allein je möglich gewesen wäre.

Big Data, Small Data, Data Cloud, Information Universe, Sensoren

Verlagerung der Informationsverarbeitung in die digitale Infosphäre.

Von den Anfängen der Elektronischen Datenverarbeitung an wurden besonders aufwändige Teile der Auswertung von Information an Computer übertragen. Internet, Data Clouds, Pervasive Computing, Internet der Dinge, Neuronale Netze und Selbstlernende Maschinen – all das führt nun zu der Omnipräsenz einer künstlichen Intelligenz, der schon jetzt ein weites Spektrum analytischer Aufgaben übertragen werden kann. Und wir stehen erst am Anfang.

Pervasive Computing, Internet der Dinge, Augmented Intelligence, Künstliche Intelligenz, Neuronale Netze und Selbstlernende Maschinen

Digitale Transformation →

Dr. Dr. Jörn Lengsfeld
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Formen des Methodenwandels

In ihrem Zusammenwirken lösen diese beiden treibenden Entwicklungen einen umfassenden Methodenwandel aus, der sich in drei Formen manifestiert.

Intensivierung des Methodeneinsatzes

Die Digitalisierung ermöglicht es, die Anwendung etablierter Methoden in ihrem angestammten Einsatzgebiet auszuweiten. Auf traditionellen Methoden basierende Analysen können nun auf eine wesentlich breitere Datenbasis gestützt werden. Durch die Automatisierung der Analyse können zudem komplexe Methoden in größerem Ausmaß zur Anwendung gebracht werden, da sich das Verhältniss von Aufwand und Erkenntnissgewinn verschoben hat.

Beide Entwicklungen erhöhen die Verfügbarkeit selbst hoch komplexer Methoden für weite Kreise der Allgemeinheit. So wird es möglich routinemäßig komplexe Analysen zu Standardfragen auf der Grundlage einer großen Datenbasis durchzuführen.

Individualisierte Auswertung, Rationale Entscheidung, Faktenbasierte Meinungsbildung

Erweiterung des Einsatzspektrums bewährter Methoden

Ein zweiter Strang des durch die Digitalisierung ausgelösten Methodenwandels ist in dem Transfer traditioneller Methoden auf Probleme jenseits ihres angestammten Einsatzgebietes anzuwenden. So ermöglicht es die Digitalisierung andere analytische Methoden zum Einsatz zu bringen, die zuvor mangels Daten nicht verwendet werden konnten, oder deren Einsatz aufgrund ihres Aufwandes nicht gerechtfertigt gewesen wäre.

Interdisziplinärer Methodentransfer

Methodeninnovationen

Die Kombination von der Verbreiterung der Datenbasis und der Verlagerung der Informationsverarbeitung in die digitale Infosphäre sind Triebkräfte diverser Methodeninnovationen. Selbstlerende Maschinen, Neuronale Netze, Künstliche Intelligenz – die Digitalisierung führt zu der Entstehung ganz neuer Methoden. Das Arsenal der verfügbaren methodischen Instrumente wird umfangreicher. Dies gilt insbesondere für quantitative Verfahren.

Selbstlerende Maschinen, Neuronale Netze, Künstliche Intelligenz

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